Hintergrund:

Lernen in der digitalisierten Welt hört niemals auf. Technische Infrastruktur, Prozesse, Workflows, Computerprogramme und Apps, Medienformate uvm. sind im stetigem Wandel. Dies verunsichert viele. Die "Kultur des lebenslangen Lernens" betrifft nicht nur die SchülerInnen sondern auch die LehrerInnen. Solange es keine Vertretungsreserve gibt, die es z.B. ermöglichen würde, dass ganze Fachschaften geschlossen Fortbildungen besuchen, müssen andere Formate gefunden und in den Schulalltag integriert werden:

  • Mikrofortbildungen
  • (Mini-)Barcamp
  • Twitter & Webblogs
  • Hackathon & Booksprint
  • Massive open online course

Die ersten drei sollen im folgenden näher Beschrieben werden. Weitere Formate, eine kurze Vorstellung der anderen beiden, sowie hilfreiche Tipps & Tricks zur Durchführung alle genannten Formate findet sich in Jöran Muuß-Merholz: Barcamps & Co., Beltz 2019.(Kostenloser Download unter www.selbstlernen.net)
 

Kurzbeschreibung:

1. Mikrofortbildungen
Am schwarzen Brett im Lehrerzimmer haben die KollegInnen immer die Wahl zwischen vier verschiedenen Themen für eine Mikrofortbildung. Das "Angebot" wechselt mindestens halbjährlich. Tragen sich mindestens drei KollegInnen für ein angebotenes Thema ein, wird gemeinsam ein Termin innerhalb der gemeinsamen Mittagspause gesucht. Anschließend wird der Termin für alle KollegInnen bekannt gegeben, damit man ggf. spontan dazukommen kann. In knapp 30 Minuten wird eine Einführung in eine App, Web-Angebot, Materialsammlung oder anderes geboten. Ziel ist es Berührungsängste abzubauen, „best-practice-Beispiele“ aus dem eigenen Unterricht zu zeigen, Fragen in kleiner Runde zu klären oder das Für und Wider digitaler Werkzeuge, Inhalte oder Phänomene zu diskutieren.

2. (Mini-)Barcamp
Barcamps auch als "Un-Konferenz" bekannt haben sich fest in der Bildungslandschaft etabliert. Interessierte Personen kommen an einem Ort zu einer gewissen Dauer zusammen und gestalten ihr Angebot selbst. Man ist also kein passiver Teilnehmer, sondern ein Teilgeber. Nach einer Vortellungsrunde - Name, 3 Schlagworte, mehr nicht! - kann jeder eine Session in der Sessionplanung vorschlagen. Finden sich mindestens drei Interessierte, wird die Session im Sessionplan angeboten. Mehrere Sessions liegen parallel, so dass man sich erstmal entscheiden muss. Allerdings ist die "offene Tür" eine feste Barcampregel, die es einem ermöglicht die Sessions zu wechseln.
Sessionvorschläge sind so individuell wie die Teilgeber: Eine Zusammenfassung der letzen besuchten Fortbildung, pädagogisch, didaktisch oder methodische Fragen, neue Ideen, Vorstellung einer App oder oder oder. Die Vielfalt macht den Reiz eines Barcamps aus. Fertige Vorträge oder Präsentationen sind eher weniger gefragt, viel mehr geht es um das Gespräch und die Diskussion auf Augenhöhe.
Es empfiehlt sich, dass einige KollegInnen bereits ein Barcamp besucht haben und mit dieser Methode vertraut sind. In unserer Region empfehlenswert sind die Barcamps bei Fit4Tabletsin Garbsen oder das Barcamp Ostin Magdeburg bzw. Halle. Überreginal hat sich das Educampmit deutschlandweit wechselnden Austragungsorten fest etabliert.

3. Twitter & Webblogs
Kommunikation und Kollaboration gelten als wichtige Schlüsselkompetenzen für das Lernen und Arbeiten in der digitalisierten Welt. Deswegen ist der Austausch mit anderen LehrerInnen eine große Chance den eigenen Unterricht zu verbessern, (digitale) Kompetenzen aufzubauen und Sicherheit im eigenen Handeln zu erhalten.
Innerhalb von Twitter hat sich ein internationale Community von LehrerInnen vernetzt, die stetig wächst. Der Vorteil von Twitter ist die Begrenzung auf 280 Zeichen pro Tweet. Alles muss kurz und bündig formuliert, verschlagwortet und ggf. verlinkt sein, damit ein Tweet gesendet werden kann. Außerdem sieht man nur die Tweets deren, denen man selbst folgt. Man ist also für die Qualität seiner "Timeline" selbst verantwortlich. Unter Hashtags wie #twitterlehrerzimmer, #ndsEDU oder #edchatde diskutieren, präsentieren oder verlinken KollegInnen Materialien, Blogbeiträge, Fragen uvm. Hat man sich eine gewisse Masse von interessanten Twitteraccounts zusammengestellt, erhält man beinah im Stundentakt interessante Ideen, Erfahrungen oder Empfehlungen aus der Community. Zum Einstieg empfiehlt sich die Meta-Padlet-Sammlung von Marc Albrecht. Von dort gelangt fachgruppenspezifisch zu Padlets in denen die Profile von twitternden LehrerInnen verlinkt sind.

 

 

Alternativen:

"Klassische" Fortbildungsformate mit digitalen Schwerpunkt sind z.B.:

 

 

 

Schritt für Schritt:

 

  1. Aus-, Fort- und Weiterbildung als permanente Schulentwicklungsaufgabe definieren
  2. Neue Formate kennenlernen
  3. Mikrofortbildungen etablieren
  4. Vernetzen und (digital) partizipieren